Die Blüte der Kakteen

Rezeptakulum: (Fruchtboden);
bei den Kakteen die Verlängerung des den Fruchtboden umgebenden Achsenbechers (
Pericarpell) über den Fruchtknoten hinaus zu einer Röhre. Besonders gute Beispiele hierfür sind: Echinopsis, Epiphyllum hookeri und Setiechinopsis. Das R. kann mit bedornten Areolen oder Schuppenblättern versehen sein.
Röhre: = Rezeptakulum
S
Schlund:
Der sich erweiternde, obere Teil der Blütenröhre.
Der S. ist bei einigen Kakteenarten auffällig gefärbt.

Selbstbestäubung:
Bestäubung der Blüte mit ihrem eigenen Pollen, bzw. mit Pollen einer anderen Blüte derselben Pflanze.
Bei den meisten Kakteen bleibt dabei die erwünschte Ausbildung von
Früchten mit keimfähigen Samen aus, d.h. die Pflanzen sind selbststeril.
selbstfertil:
Pflanzen bilden mit ihrem eigenen Pollen Früchte und Samen aus; Selbstfertilität kommt bei Kakteen selten vor, u.a. bei Opuntia schumannii,
Echinocereus chloranthus, Epithelantha micromeris, Lophophora williamsii, Echinocactus grusonii. Bei Arten der Gattung Frailea öffnen
und sich die Knospen häufig garnicht, Bestäubung und Befruchtung finden in der geschlossenen Blüte statt. Man bezeichnet diesen Vorgang als Kleistogamie. Besonderes Interesse verdient die Beobachtung tschechischer Kakteenfreunde, wonach bei Astrophytum Selbstfertilität durch Bestäubung mit Pollen von Angehörigen anderer Gattungen "katalysiert" werden kann. So konnte bei Astrophytum capricorne durch Pollen von Obregonia denegrii bzw. Frailea gracillima, sowie bei Astrophytum myriostigma durch Pollen von Hamatocactus setispinus Selbstfertilität ausgelöst werden. Bei der Kreuzung von Astrophytum myriostigma mit Astrophytum coahuilense (wie auch umgekehrt) kommt es ebenfalls zur Selbstfertilität, d.h. die Nachkommen sind keine Hybriden, sondern gehören in jedem Fall der Art an, die mit den Pollen des anderen Partners bestäubt wurde. Nach Beseitigung der eigenen Staubgefäße ist mit dem fremden Pollen keine Bestäubung zu erzielen. Bekannt ist ebenfalls, dass Blüten des als Unterlage begehrten Eriocereus jusbertii nicht mit Pollen von Pflanzen derselben Art, dafür aber mit denen von Echinopsis oder Pseudolobivia keimfähige Samen ansetzen, aus denen sich wieder normale E. jusbertii-Sämlinge entwickeln. Eine weitere, eingehende Untersuchung dieser besonderen Verhältnisse scheint wünschenswert.

 

 
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