das Kakteen - Lexikon von A - Z

C
Cactaceae:
1836 als Bezeichnung für die Familie der Kakteen von Dr. John LINDLEY nach dem von
Linné geprägten Begriff Cactus gewählt;
"The Cactaceae" betitelten die amerikanischen Botaniker
Britton & Rose ihre 1912-1923 entstandene botanisch-systematische, vierbändige Monographie der Kakteen.
"Die Cactaceae" nennt
C. Backeberg seine sechsbändige Gesamtbeschreibung der Kakteen (1956-1962).
Cactales:
überholte Bezeichnung einer Ordnung;
Familie
Cactaceae wurde zur Ordnung erhoben; Ordnungsnamen enden meist auf ales; heute gehört die Familie Cactaceae zur Ordnung Caryophyllales.
Cacteae:
1836 geschaffener botanischer Name für die damals etwa 350 beschriebenen Arten Kakteen.
Carpell: (Fruchtblatt);
Blattorgane, die die Samenanlagen erzeugen.

Caryophyllales:
Ordnung innerhalb der zweikeimblättrigen Blütenpflanzen. In die C. werden u.a. auch die Kakteen sowie die Aicoaceaen (Mittagsblumengewächse) eingeordnet. Für die C. ist die zentrale Stellung ihrer Samenanlagen im Fruchtknoten besonders charakteristisch.
Neben den ursprünglichen Kermesbeerengewächsen
(Phytolaccaceae), an die sowohl die Kakteen als auch die Mittagsblumengewächse anschließen lassen, werden außerdem die
  • Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae)
  • Portulakgewächse (Portulaccaceae)
  • Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
  • Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) und die
  • Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
  • hier eingeordnet.

    cauline Zone: Pedizellarzone
    siehe auch Cephalium.
    Cephalium:

    blütentragende Region, die durch starke Ausbildung von Haaren, Wolle und Borsten gekennzeichnet wird.
    Das C. tritt bei den Kakteen innerhalb verschiedener Entwicklungslinien parallel und unabhängig voneinander auf. Dadurch ist sein Auftreten nicht im Sinne einer engeren Verwandtschaft aller C.- Träger zu verstehen. Das scheitelständige C. von Melocactus hat der Pflanze die Bezeichnung "Turks cap" oder "Englishmen`s head" eingetragen. Während es bei Jungpflanzen noch fehlt, tritt es erst bei blühfähigen Exemplaren auf und kann bei alten Pflanzen eine beträchtliche Höhe erreichen. Eigenartig ist das scheitelständige C. von Stephanocereus und Arrojadoa. Hier durchdringt die neuangelegte Achse das C., wodurch eigenartige, pinselförmige Borstenringe entstehen und erhalten bleiben (Arrojadoa penicillata). Bei Espostoa kommt es zur Herausbildung von Rinnen- oder Spalt-C. Im allgemeinen wird zwischen einem echten C. und einem Pseudo-C. unterschieden. Nach Werdermann wird das echte C. bereits im Vegetationskegel des Sprosses angelegt (Melocactus, Discocactus), während das Pseudo-C. nachträglich aus zunächst normal angelegten Areolen hervorgeht. Zum tieferen Verständnis der Herkunft und des Charakters dieser bei Kakteen so eigenartigen Erscheinung haben die Untersuchungen von Buxbaum beigetragen. Danach besteht zwischen einem echten C. und einem Pseudo-C. kein grundsätzlicher Unterschied. Beide entstehen auf gleiche Weise:
    Die aus dem Vegetationskegel der Areole hervorgehende Blütenanlage besitzt im Grunde einen aus mehreren
    Internodien bestehen Blütenstiel (Pedicellarzone). Aus den Teilen dieses Blütenstiels, der sogenannten caulinen Zone, bilden sich durch Vermehrung und Stauchung der Internodien zahlreiche winzige Areolen aus, welche die Haare und Borsten in der blütentragenden Region entwickeln. Somit entstehen sowohl C. als auch Pseudo-C. aus basalen Teilen der Blüte. Der Unterschied zwischen einem echten C. und einem Pseudo-C. besteht nur in einer zeitlichen Verschiebung der Anlage. Beim Pseudo-C. waren Podarium und Areole bereits vollständig ausgebildet, bevor die Entwicklung der Blütenanlage einsetzte. Beim echten C. entwickelt sich die das C. bildende Blütenanlage schon, wenn Podarium und Areole selbst erst gebildet werden. Dadurch bleiben Podarium und Areole klein und werden nicht voll ausgebildet. Zwischen C. und Pseudo-C. bestehen also fließende Übergänge.


     
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