das Kakteen - Lexikon von A - Z

Heimat der Kakteen:
Amerika ist in fast allen seinen Teilen Heimatgebiet einzelner oder vieler Kakteengattungen. Bereits am Peace-River in Kanda (56° nördlicher Breite) wachsen
Opuntien; bis an die Magalhaes-Straße im Süden Südamerikas (Patagonien) reicht das Kakteenvorkommen. In Afrika, der
Heimat der meisten anderen Sukkulenten, gibt es von Kakteen nur Angehörige der Sippe Rhipsalides, nachgewiesen von Zentral-Afrika über Madagaskar bis nach Sri Lanka. In Amerika wachsen Kakteen überall da, wo Boden und Klima ihre Ausbreitung ermöglichen. Für Mexicos Klima gelten folgende Daten:
Ort Höhe Kältester Monat Wärmster Monat Mittel Niederschläge Zahl der Regentage
  über NN (°C) (°C) (°C) (mm im Jahr ø)  
San Diego (Kalifornien) 41 m Jan. 12,2 Aug. 20,4 15,9 240 39
Monterey 495 m Dez. 13.4 Jul. 29,5 22,2 647 100
México City 2278 m Dez. 11,9 Mai 18,3 15,5 588 139

Klimadiagramme
Klima in Mexico

Die Eiszeit hat in weiten Teilen Amerikas nachhaltige Wirkungen auf
die Oberflächengestaltung, den Boden und die hydrographischen Verhältnisse hinterlassen. Günstige Bedingungen für Kakteenwachstum bietet in erster Linie das ehemalige Gletscherland, das Bergland, wo austrocknende Winde und wasserdurchlässiger Boden Kakteen verschiedener Gattungen winterliche Kälte überdauern lassen. Im europäischen luftfeuchteren Klima sind es fast nur Opuntia-Arten, die bei geschickter Anpflanzung im Freien überwintert werden können. Routinierten Pflegern gelingt in günstigen Lagen Europas nördlich der Alpen ausnahmsweise auch das Überwintern von nordamerikanischen
Echinocereen und einigen Kugelkakteen im Freien. Der Süden und der
Südwesten der USA mit einer Juliisotherme von 35°C und starker nächtlicher Abkühlung bietet da schon bessere Bedingungen für Kakteen. Die niedrigen Lagen von Süd-Kalifornien sind dauernd schneefrei. Weite Gebiete von Arizona, insbesondere die Gila-Wüste, ebenso wie Teile der anderen Südstaaten haben ein reiches Kakteen-Vorkommen. Hier wachsen, außer den überall weit verbreiteten Opuntien die riesigen Carnegiea gigantea und andere Säulenkakteen, große Ferokakteen, farbenprächtig blühende Echinocereen, Coryphanthen, Neobesseya, Phellosperma, Pedio- und Echinokakteen. In Florida gibt es sogar schon Rhipsalis, Selenicereus und Pereskia, letztere aber vermutlich eingeschleppt.

 
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