das Kakteen - Lexikon von A - Z

Mimikri:
Das Auftreten einer Tarntracht; z.B. wenn wehrlose Tiere das Aussehen von wehrhaften Tieren haben und auf diese Weise vor ihren Feinden geschützt sind. Der Ausdruck Mimikri wird häufig an Stelle der richtigen Bezeichnung Mimese verwendet. Damit ist eine Tarnung durch Farb- und Formenangleichung gemeint, die u.a. den Ariocarpen, aber auch bei "anderen Sukkulenten", wie Lithops, Conophytum, Pleiospilos Titanopsis usw. eine derart verblüffende äußere Ähnlichkeit mit ihrer Umgebung gibt, dass die Pflanzen nur sehr schwer zu finden sind. Erst wenn sie Blüten tragen, treten sie hervor.
Modifikation:
Unter veränderten Umweltverhältnissen auftretende Abänderungen der Merkmale. Diese Veränderungen (im Gegensatz zur "Mutation") sind nicht erblich. So können z.B. ungenügende Licht- und Temperaturverhältnisse die äußere Gestalt von Kakteen im Sinne einer M. beeinflussen (Vergeilen im Winter etc).
Die Nachkommen derartiger Pflanzen können unter günstigen Bedingungen ihre charakteristischen Merkmale wieder ausbilden.

monözisch:
einhäusig
monstrosus, monstruosus: monströs, bizarr gestaltet.
Morphologie: (Gestaltlehre); Lehre v. d. äußeren Gestalt der Organismen.
Mutation:
sprunghafte erbliche Änderung eines o. mehrerer Merkmale durch Veränderung d. genetischen Materials. Innerhalb größerer Aussaaten treten gelegentlich auch bei Kakteen M. auf. Chromosomen-Mutationen liegen bei Strukturveränderungen an den Chromosomen vor (z.B. Abbrechen oder Verlagerung von Chromosomenstücken). Genom-Mutationen kommen durch Vervielfältigung von Chromosomensätzen zustande. Sie können auch künstlich durch Verwendung spezifischer Mitosegifte (Colchicin), die eine Ausbildung der Teilungsspindeln verhindern, erzielt werden. Mit Vermehrung der Chromosomensätze ist (nicht unbegrenzt möglich) eine Vergrößerung der vegetativen und generativen Organe der Pflanze verbunden, womit Genom-Mutationen in der Pflanzenzüchtung eine große Rolle spielen.
Mykoplasmen:
Kleinste bekannte Lebewesen mit eigenem Stoffwechsel. M. sind kleiner als Bakterien und besitzen lediglich eine zarte Membran, keine feste Zellwand. M. können u.a. als Krankheitserreger auftreten. Es wurde beobachtet, dass M. bei Pflanzen Hexenbesenwuchs hervorriefen. Fraglich und noch zu klären ist, ob M. bei der Ausbildung von Kammformen (Cristaten) mitwirken.


 
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