das Kakteen - Lexikon von A - Z

Vorbeugung gegen Mykosen:
Kakteen nicht mit stark stickstoffhaltigem Dünger treiben. Allgemein hell und luftig, bei kühlem Stand möglichst auch lufttrocken - bis zu maximal 65% relativer Luftfeuchtigkeit - halten; saure Erde mit ungenügend zersetzter, organischer Substanz nicht verwenden.
Pilzbekämpfung und Behandlung erkrankter Kakteen:
Aus der großen Anzahl fungizider Präparate, die zur Bekämpfung der Schadpilze zur Verfügung stehen, werden drei Typen in der Kakteenkultur am häufigsten verwendet:
1. Kupferspritzmittel
2. organische Verbindungen mit NCS-Gruppierung:
Captan+ (Handelsmarken z.B. Malipur, Orthozid), Thiram+ (Thiuram, TMTD), Zineb+
3. Hydroxychinolinpräparate (Handelsmarken z.B. Chinosol, Sulfachin).
Kupferspritzmittel werden zur Bekämpfung von Oberflächenmykosen an größeren, weniger dicht bedornten Kakteen in etwa doppelter Normalkonzentration (ca. 1%) sowie in Normalkonzentration vorbeugend gegen diese Erkrankungen eingesetzt. Sie sind über längere Zeit wirksam, wenn der Belag auf den Pflanzen erhalten bleibt. Wegen der Farbe des Belages für dicht hell bedornte und behaarte Arten nicht geeignet, sonst für Kakteen gut verträglich. Die Präparate der zweiten Gruppe sind universell verwendbar. Gegen Oberflächenmykosen an größeren Pflanzen 2- bis 4-fache Normalkonzentration vorbeugend
einsetzen, und bei Jungpflanzen Normalkonzentration. Gegebenenfalls Pflanzenbestände trocken überstäuben. Zur Substrat- Desinfektion bei Wurzelmykosen Pulver untermischen oder 1- bis 2-%ige Lösung durchgießen. Liegen endogene Mykosen vor, befallene Pflanzenteile ausschneiden. Wurden die Leitgefäße erreicht, Pflanze stets soweit kürzen, dass keine Verfärbung mehr sichtbar ist. Danach die Pflanze kurz in 1- bis 2-%ige Fungizidlösung tauchen und rasch trocknen. Soweit nötig, neu bewurzeln oder pfropfen, wobei frisch anzuschneiden ist. Captan und Thiuram auch zum trockenen Beizen von Kakteensamen (Samen mit etwas Pulver schütteln). Captan, Thiuram und Zineb werden von Kakteen in den genannten Konzentrationen gut vertragen.
Die Hydroxychinolin-Präparate der dritten Gruppe werden in 0,02- bis 0,05-%iger Lösung besonders zur Behandlung von Kakteenaussaaten verwendet. Saatschalen in 7- bis 10-tätigem Abstand mit jeweils frisch angesetzter Lösung übersprühen. In gleicher Konzentration zur Naßbeizung von Kakteensamen; Samen vor der Aussaat einen Tag in der Lösung belassen.
Für spezielle Zwecke wurden fungizid wirkende Antibiotika (Amphotericin, Antimycin, Griseofulvin, Mykostatin) erfolgreich in der Kakteenzucht verwendet. Sie sind jedoch teuer, nicht allgemein zugänglich und können meist durch zweckmäßige Anwendung anderer Präparate ersetzt werden.

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