das Kakteen - Lexikon von A - Z

Fortsetzung: Pflanzenschutz
Nematoden (Fadenwürmer) können ebenfalls als "Wurzelälchen" die Kakteenwurzeln befallen und dort knollige Wucherungen bei gleichzeitigem Verlust der Saugwurzeln verursachen. Man merkt dies meist an der Stockung des Wachstums. Da die Brut mikroskopisch klein ist, sind sie schwierig zu bekämpfen, besonders die Heterodera-Arten, die resistente Zysten als Dauerform bilden.
Bekämpfung: Tierische Schädlinge in der Kakteenkultur bekämpft man insbesondere mit phosphororganischen Verbindungen wegen ihres breiten Wirkungsspektrums, und von diesen wieder die System-Insektizide, wegen ihrer bequemen, allerdings auch für den Menschen nicht ganz ungefährlichen Anwendungsweise. Diese Verbindungen, z.B. Demeton-Derivate+ (Handelsmarken u.a. Metasystox R und Tinox) und Dimethoat+ (Bi 58, Rogor) werden durch die Wurzeln und die Oberflächen anderer Pflanzenteile aufgenommen. Nach der Verteilung in der Pflanze werden die Stoffe bald wieder abgebaut. Die Präparate sind praktisch gegen alle an Kakteen parasitierenden Insekten sowie gegen Spinnmilben wirksam und für Kakteen gut verträglich, auch in höherer Konzentration, als vom Hersteller angegeben. Allerdings müssen die Kakteen in ausreichendem Wachstumsstadium sein, um die notwendigen Wirkstoffe über die Wurzeln aufnehmen zu können. Deshalb ist stets die ganze Pflanze einzusprühen oder zu tauchen, wenn
Schädlinge am oberirdischen Pflanzenteil bekämpft werden sollen.
Gegen Wurzelparasiten sollte das Substrat in doppelter Konzentration gegossen werden. In gleicher Weise ist mit anderen Insektiziden zu verfahren. Chlororganische Verbindungen (z.B. Lindan+) und Carbamate (z.B. Carbaryl+) sind ebenfalls gut kakteenverträglich. In größeren Sammlungen ist gelegentlicher Wechsel der Präparate anzuraten. Allgemein ist zu empfehlen, den insektiziden Sprühlösungen oder Tauchbädern ein fungizides Mittel zuzusetzen. Es gibt auch entsprechende Kombiantionspräparate. Tritt häufiger Befall von Spinnmilben auf, so sind wegen der Neigung zur Resistenzbildung zweckmäßig im Wechsel spezielle Akarizide mit heranzuziehen, z.B. Binapacryl+, Chlorfenson+, Dicofol+/Kelthane, Tetradifon+/Tedion. Diese Verbindungen sind unter verschiedenen Namen, zum Teil als Kombinationspräparate, im Handel.
Die Bekämpfung der Nematoden an Kakteen allein mit chemischen Mitteln ist problematisch. Die erforderliche Konzentration übersteigt meistens die Verträglichkeitsgrenze der Pflanzen. Besser ist es, die Kakteen etwa 10 Minuten in ein 50ºC warmes Bad, dem man ein fungizides und ein insektizides Mittel in Normalkonzentration zugibt, zu tauchen.Diese Behandlung wirkt gleichzeitig gegen alle übrigen Parasiten und wird von den Kakteen vertragen.
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