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Substrate: Kulturerden und -substrate entsprechen im allgemeinen nicht den Bodenarten an den Heimatstandorten der Kakteen. Die in der Kultur vom Heimatgebiet abweichenden, den Kakteen weniger zusagenden Klimaverhältnisse bedingen eine höhere Anfälligkeit gegen Erkrankungen, der u.a. durch zweckmäßige Eigenschaften des Substrates entgegengewirkt werden kann. So ist man bestrebt, insbesondere für Pflanzen, die in unserem Klima empfindlich sind und wurzelecht kultiviert werden sollen, möglichst sterile und gut Luftdurchlässige Substrate einzusetzen. Hierfür sind verschiedene natürlich vorkommende und synthetische bzw. bearbeitete Stoffe geeignet, die je nach den Ansprüchen der Pflanzen und dem gewählten Pflegeverfahren einzeln, miteinander kombiniert oder in Mischung mit verschiedenen Erden verwendet werden können. Zu berücksichtigen ist besonders der von den Pflanzen gewünschte Säuregrad (pH-Wert) und die Verträglichkeit gegenüber Humus. Die Mehrzahl der Kakteen benötigt ein schwach saures, humusarmes Substrat; daher sollte normale Kakteenerde diesem entsprechen. Durch mäßige bis starke Zusätze an humosen Stoffen wird den Bodenbedürfnissen der Epiphyten und Humusbodenbewohner, und durch Zusatz saurer, neutraler oder kalkiger Mineralien denen der Gesteinsbodenbewohner Rechnung getragen. Grobdifferenzierung nach dem Wurzelsystem: Rübenwurzler besiedeln |
stets humusarme Böden. Als Normalerde eignet sich z.B. eine Mischung aus vollständig verrotteter Komposterde und einer nicht zu kalkreichen Lehmerde, der ein neutrales, grobkörniges Lockerungsmittel zu etwa einem Drittel zugesetzt wird. Der pH-Wert der Erde sollte 5-6 betragen. Anstelle der beiden Erdkomponenten kann auch eine in gutem Kulturzustand befindliche Gartenerde benutzt werden. Für kalkreiche Erden mit pH6-7 sollte saurer Gesteinssplitt zur Lockerung verwendet werden. Erden über pH7 sind als Normalerde nicht geeignet. Alle Erden sind vor der Verwendung durch Dämpfen zu entseuchen. Die Erde soll frei von unzersetzten Pflanzenteilen sein. Prüfen der Erde auf den Gehalt an Karbonaten (Kalzium- und Magnesiumkarbonat, in der Praxis als Kalk bezeichnet) geschieht durch Übergießen einer Erdprobe mit verdünnter Salzsäure (1 Teil Salzsäure + 8-10 Teile Wasser). Zeigt sich keine Gasentwicklung oder nur geringe Bläßchenbildung, bedeutet dies, es ist kein oder nur sehr wenig Kalk vorhanden; Erde verwendbar, wenn etwas Kalksteinsplitt zugefügt wird. Mäßige, stetige Gasentwicklung bedeutet mäßiger Kalkgehalt; als Normalerde verwendbar. Sofortiges starkes Aufschäumen bedeutet hoher Kalkgehalt; als Normalerde nicht brauchbar. |
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