das Kakteen - Lexikon von A - Z

Vermehrung:
Es gibt zwei Möglichkeiten der Vermehrung Ihrer Kakteen:
  • 1. Aussaat
  • 2. Stecklingsschnitt
    Die V. der Kakteen aus Samen ist bei Beachtung einiger Grundregeln relativ einfach. Die Samen dazu wird der Kakteenfreund fast immer kaufen. Will er sie jedoch selbst gewinnen, braucht er zum Bestäuben einer Blüte den Pollen einer zur gleichen Art, jedoch nicht zum gleichen
    Klon gehörenden Pflanze. Er überträgt den Pollen auf die Narbe der jeweilig anderen Pflanze. Blühen beide Pflanzen nicht gleichzeitig, kann der Pollen lufttrocken in einem verschlossenen Röhrchen über aktiviertem Kieselgel oder wasserfreiem Kalziumchlorid dunkel und kühl aufbewahrt werden. Der einmal benutzte Pinsel muss vor der Wiederverwendung in Alkohol abgespült oder mit frischem Zellstoff gereinigt werden. Nur wenige Kakteenarten sind selbstfertil. Andere wieder entwickeln Früchte aus kleistogamen Blüten. Frisch geerntete Samen brauchen mitunter noch eine jeweils artabhängige Keimruhe, zuweilen bis zu einem halben Jahr. Die Dauer der Keimfähigkeit erreicht bei den meisten Arten 5-6 Jahre, in Ausnahmefällen, wie z.B. bei Ariocarpen bis 30 Jahre und mehr. Nur kürzere Zeit, etwa ½ bis 1 Jahr bleiben Samen von Frailea und Astrophytum voll keimfähig. Da auch die Keimruhe von unterschiedlicher
  • Dauer ist, keimt häufig ein Teil der Aussaaten im gleichen Substrat unter veränderten Klimabedingungen und Standort nach längerer Zeit doch noch auf. Auch mit Wirkstoffen kann ein gleichmäßiges Auflaufen der Saaten erreicht werden. Die Keimfähigkeit wird in Prozenten von Hundert der erprobten Samen ausgedrückt. Manche Hochgebirgsarten sind Frostkeimer; ihre Samen brauchen eine entsprechende Vorbehandlung.
    Praxis und Aussaat:
    Da Kakteensamen nicht selten mit winzigen Teilen des leicht Fäulnis erregenden Fruchtfleisches behaftet sind und frisch aufgelaufene Sämlinge eine Infektion damit kaum überstehen können, empfiehlt es sich, die Samen vor der Aussaat in einer leichten Kaliumpermanganat- oder Sulfachinlösung (½ g in 1 l Wasser) zu beizen. Auch die Saatgefäße werden durch Tauchen in die Beizlösung behandelt. Es gibt auch Trockenbeize, mit der die Samen nur eingepudert werden, doch ist die Naßbeize wirkungsvoller. Am besten werden die Samen in kleinen Glasröhrchen mit der Beize kräftig minutenlang geschüttelt, damit alle Teile des Samenkorns benetzt werden. Nach der Naßbeize müssen die Samen gleich wieder auf Fließpapier oder ähnlich saugfähiger Unterlage getrocknet werden, falls sie nicht sofort ausgesät werden sollen.
    Andere Beizmittel sind im Abschnitt
    Pflanzenschutz behandelt.

    mit Vermehrung

     
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