das Kakteen - Lexikon von A - Z

Axille:
der bei
Mammillaria und anderen hochabgeleiteten Kakteen am Grunde der Warzen liegende Vegetationspunkt, aus dem die Blüten entspringen.
Die häufig bewollte A. entstand stammesgeschichtlich durch
seriale Spaltung des Axillarsprosses der Areole. Die Teilung dieses Axillarsprosses deutet sich bereits bei der Furchenbildung an. Hier entsteht zwischen dem die Dornen tragenden Teil und jenem Punkt, aus dem die Blüte oder Seitensprosse entspringen, eine Furche.
Azidität:
Säuregrad (z.B. des Gießwassers); auch
pH- Wert.
B
Bakterien:
mikroskopisch kleine Organismen, als Parasiten oder Saprophyten häufig und weit verbreitet. B. erfüllen im Haushalt der Natur spezifische Aufgaben, z.B. die Zersetzung von Pflanzenteilen zu organischem
Dünger und dessen Abbau zu Mineralstoffen. Einige B. verursachen Krankheiten bei Pflanzen; sie können durch Desinfektion der Erde und des Gießwassers abgewehrt werden. Wichtig sind die Stickstoff- Bakterien, die den Luftstickstoff binden können.
Barranca:
Schlucht; auch
Quebrada genannt.
basal:
grundständig; am Grunde sitzend.
basisch: siehe pH- Wert
Basitonie:
bevorzugte Entwicklung der unteren Seitensprosse an einer Pflanze.
Akrotonie Mesotonie
Bast:
vom
Kambium nach außen gebildetes sekundäres Gewebe; auch als "sekundäre Rinde" bezeichnet; besteht meist aus unverholzten Zellen. Bastard: (auch Hybride);
durch Kreuzung, d.h. Vereinigung von Keimzellen (Gameten) genetisch unterschiedlicher Eltern entstandenes Individuum.
Im allgemeinen gelingt es nur, einander sehr nahestehende Arten zu kreuzen. Bei Kakteen sind jedoch auch
Gattungsbastarde bekannt. Durch unnötige Kreuzungen sind heute manche schöne Arten (z.B. Spinnenkaktus, Gymnocalycium denudatum) selten noch echt anzutreffen. Andererseits brachte eine zielstrebige Züchtung bei Blattkakteen hervorragende Erfolge. Hybriden von Kugelkakteen waren in früheren Jahren wenig beliebt. Nur die vielen bereits im vorigen Jahrhundert verbreiteten Züchtungen von Epiphyllum und Zygocactus ließ man gelten. Die hierbei erzielten Zuchtergebnisse sprachen für sich selbst und sind inzwischen allgemein bekannt geworden. Erst in den letzten 50 Jahren vermehrte sich das Interesse an planmäßiger Zucht. Dr. Paul SCHMIDT in Heidelberg, der Gärtner LIENIG in Weinheim und Robert GRÄSER in Nürnberg waren unter den ersten, die die Zucht von Kreuzungsprodukten auch der Kugelkakteen mit guten Erfolgen ausübten. Gleichzeitig begann in Japan und in den USA die Züchtung, wovon besonders die Paramount-Hybriden (Echinopsis x Lobivia) von Johnson Cactus Garden bekannt wurden.
Dr. Werner STAUCH in Worms ist es zu verdanken, dass nach dem 2. Weltkrieg die ersten guten Zuchtergebnisse in Deutschland nicht verlorengingen. Unter Opfern an Zeit und Geld sammelte er die überall verstreuten besten Hybriden. Wer die prächtigen Farbaufnahmen seiner blühenden Namen-Sorten sah, musste sich für diese Schönheiten einfach begeistern.
Bei Kakteen zeigen Kreuzungsprodukte häufig aber auch negative Eigenschaften wie
Chlorose, Krankheitsanfälligkeit, schwaches Wachstum und mangelnde oder gar fehlende Fruchtbarkeit. Planmäßige Züchtung wird durch Selektion (= Auslese) erreicht. Nur die Sämlinge mit guten Eigenschaften werden weiterverwendet, um neue Formen, Farben und andere positive Eigenschaften zu erzielen.


 
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