Mammillaria HAW. 1812

Die Gattung Mammillaria
    Leitart Mammillaria mammillaris

Zuerst war die Leitart Mammillaria simplex HAW.;
später stellte sich heraus, dass diese Pflanze bereits von
Linné (1753) als Cactus mammillaris beschrieben wurde.
Darum muß die Leitart Mammillaria mammillaris heißen.

Wurzeln strang- oder rübenartig.
Körper flach, kugelig bis säulenförmig, einzeln oder sprossend und manchmal vielköpfige Rasen oder Klumpen bildend. Sie können aber auch durch Zweiteilung des Scheitels, also
dichotom- paarig bzw. mehrköpfig sein. Der Körpersaft des Gewebes ist wässerig, halbmilchig oder milchig.
Die Milchschläuche reichen nicht immer bis in die Warzen, sodass manche Arten nur im Körperinneren milchen.
Warzen stets vorhandenen, sind in regelmäßigen Schrägzeilen angeordnet. An ihrer Spitze tragen sie eine Dornen-
Areole, die steril bleibt.
Fertil hingegen sind die Axillen in den Warzenzwischenräumen.
Axillen können nackt sein, wollig, haarig oder mit Borsten besetzt. In der Axille werden Blüten oder fallweise Sprosse gebildet.
Bedornung sehr vielgestaltig in Konsistenz, Farbe und Anzahl; bilden ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.

Blüten erscheinen meist aus den vorjährigen Axillen, mehr oder weniger zahlreich im Kranze um den Scheitel. Sie sind klein bis mittelgroß.
Fruchtknoten glatt und schuppenlos.
Früchte beerenartig, reifen im Pflanzenkörper und werden erst später in der Axille sichtbar. Bei einigen Arten treten sie niemals heraus, bei vielen jedoch kurz vor der Vollreife. Sie sind zumeist keulenförmig oder stäbchenartig, grünlich, weißlich oder rot und tragen meist einen haftenden Blütenrest. Die Fruchtreifezeit ist sehr unterschiedlich. Sie dauert, je nach Art, zwischen einem und achtzehn Monaten.

Samen braun bis schwarz und überwiegend um 1 mm groß. Ausnahmen kommen vor.
Bei Mammillaria beneckei werden sie bis 4 mm dick, bei Mammillaria peninsularis erreichen sie kaum 0,5 mm. Einige wenige tragen einen korkartigen Anhang, der den Samen schwimmfähig macht.
Testastruktur, wie sie bei rasterelektronenmikroskopischen (REM) Aufnahmen sichtbar wird, ist nur sehr begrenzt als Unterscheidungsmerkmal von Nutzen, da bei Arten ganz verschiedener Reihen, ja selbst in sehr entfernten Pflanzenfamilien immer wieder gleiche Strukturen auftreten.
Der Nabel des Samenkorns liegt basal oder subbasal, Die Testa ist grubig, runzelig oder netzig strukturiert.


 
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