die Pflege der mexicanischen Kakteen

Erde
Die Erde für Kakteen kann nicht nach bestimmten Rezepten gemischt werden, weil die Zutaten nicht genormt, sondern oft sehr unterschiedlich sein können. Das Gemeinsame aller richtigen Kakteenerden ist aber ihre Wasserdurchlässigkeit, die wir durch Beimischen von 30-40% körnigem (nicht tonigem!) Flußsand erzielen. Weiterer Bestandteil ist eine nicht gesiebte, etwas grobkörnige Blumen- oder Komposterde, frei von unverwesten Pflanzenteilen. In die fertige Erde soll das Gießwasser leicht eindringen und beim Abfließen Luft in die Hohlräume nach sich ziehen. Ihr pH-Wert soll für die meisten Kakteen 5-6,6 betragen. Kakteen mit dickem Wurzelhals und Rübenwurzel vertragen die durch die Bodenbakterien im
Humus erzeugten Säuren nicht; ihnen geben wir eine Mischung von Sand, Lehm und Kies bis Erbsengröße, der wir auch kleinste Ziegelbrocken und zerstoßene Holzkohle zufügen. Anders die in ihrer Heimat im Humus der Astgabeln epiphytisch auf Bäumen wachsenden Arten, von denen unsere Blatt-, Weihnachts- und Korallenkakteen abstammen. Diese Nachkommen von Epiphyten sind zwar bei uns ganz normale Topfpflanzen geworden, aber ihre Wurzeln lieben noch immer den Humus, eine leichte Säure - pH 5 - und Feuchtigkeit, wie beides der Torfmull bietet. Große Säulenkakteen sollen reichlich Lehm beigemischt bekommen.
Um den Wurzelhals empfindlicher Kakteen füllt der vorsichtige Kakteenpfleger Quarzkies oder zerstoßenes Gestein. Bei Kakteen in

Hydrokultur tritt an die Stelle der Erdmischung das Haltesubstrat. Ganz allgemein muß noch gesagt werden, dass man nicht die äußerst nährstoffarme Erde der Kakteenheimat nachahmen sollte, sondern in der Vegetationszeit für eine gute Ernährung der Pflanzen in einer luftdurchlässigen Erde sorgen muß. Diesem Zweck dient auch das Dämpfen von Erde und Pflanzsubstrat, ja sogar von gebrauchten Tontöpfen, das für einen gesunden Pflanzenwuchs heute unerläßlich ist. Besonders die Aussaaterde sollte sorgsam gedämpft werden. In einem gut abgedichteten Behälter wird Wasser auf +100ºC erhitzt und 20 Minuten lang als Wasserdampf durch die Erde geleitet. Um auch die bei warmer Aufbewahrung, abgedeckt mit dicken Tüchern, inzwischen ausgekeimten Bakteriensporen zu vernichten, ist es gut, wenn man das Dämpfen nach 1-2 Tagen wiederholt. Nach ca. 10 Tagen kann die gedämpfte Erde verwendet werden.
Bewurzelung
Eine einwandfreie und ausreichende Wurzelbildung ist die Voraussetzung für eine feste Verankerung der Pflanze im Boden und ein gutes Wachstum. Die Neubewurzelung von schwach oder garnicht bewurzelten Pflanzen muß durch entsprechend lockere Struktur des Bodens begünstigt werden, wozu körniger Flußsand, zerstoßene Holzkohle, Ziegelsplitt, Marmorkies und dergleichen beste Voraussetzungen bieten.


 
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