Samen der Kakteen

  • Hilum: (Nabel); Ansatzstelle des Samenstranges (Funiculus) am Samen. Bei einigen Kakteengattungen sind verschiedenartige Sonderbildungen und Anhänge in der Hilumregion zu finden. Näheres siehe unter Samen
  • Integument: bei den Blütenpflanzen am Grunde der Samenanlage entspringende, einfache oder doppelte Schutzhülle, die keinen Zugang zum Inneren der Samenanlage, die Mikropyle, offenläßt.
  • Keimblätter: (Kotyledonen); Organe zum Schutz und zur Ernährung der Keimknospe.
    Keimblätter treten bei ursprünglichen Kakteen Pereskien,
    Opuntien) noch deutlich in Erscheinung, werden bei den Cereoiden mehr und mehr zurückgebildet und können bei hochabgeleiteten Kakteen (Ariocarpen, Mammillarien) fast völlig fehlen.
  • Keimdauer: Die Zeit vom Entstehen der Samen bis zum Verlust der Keimfähigkeit. Es ist damit nicht die Keimungsdauergemeint.
  • Keimfähigkeit: Anteil der bei Aussaat auflaufenden Keimlinge an der Gesamtzahl der ausgesäten Samen; ausgedrückt in Prozentzahlen.
    Auch in der freien Natur können durch verschiedene Ursachen und
  • Einflüsse nicht immer alle Samenkörner voll ausgebildet werden.
  • Keimfreimachung: siehe Pflanzenschutz, Desinfektion
  • Keimung: Erste Entwicklungsvorgänge im Samen.
    Während der Samenreife nimmt die Aktivität der pflanzlichen Stoffwechselprozesse allmählich ab, und durch Wasserverlust der Samengewebe tritt Samenruhe ein. In diesem Zustand sind die Samen sehr widerstandsfähig gegen schädliche äußere Einflüsse.
    Durch Wärme und gleichzeitige Wasseraufnahme (Quellung) wird die Samenruhe beendet und die Keimung eingeleitet. Das Optimum der Keimungstemperatur ist bei den verschiedenen Pflanzen sehr unterschiedlich. Bei vielen Kakteen liegt das Optimum bei oder um 25-30ºC, bei Hochgebirgsarten aber meist wesentlich niedriger. Hartschalige Samen (z.B. bei Opuntien) brauchen wesentlich längere Zeit zum Quellen. Die
    Radicula durchstößt die Samenschale an der Mikropylaröffnung und wächst als Keimwurzel positiv geotropisch in die Tiefe. Das Hypocotyl des Embryos vergrößert sich durch Zellteilung und hebt die beiden Keimblätter, die noch in der Samenschale stecken, nach oben, wo sie sich nun entfalten können. Damit ist der Vorgang der Keimung abgeschlossen.


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