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kolonialer Barockmaler. Etwas bescheidener, aber wesentlich harmonischer ist die zu Anfang des 18. Jahrhunderts erbaute Barockkirche Santa Mónica, deren filigrane Ornamentik Sie nordwestlich der Kathedrale an der gleichnamigen Straße bewundern können. Etwas südöstlich der Kathedrale, zwischen der Plaza de Armas und der Plaza de la Liberación, liegt der Palacio de Gobierno. Schon seine barocke, mit leichten neoklassizistischen Ahnungen versehene Fassade ist beeindruckend, beim Gang ins Innere (nur zu den Bürozeiten möglich!) kann man zudem die in den 30er Jahren entstandenen Wandgemälde des Muralisten José Clemente Orozco betrachten. Wem diese gefallen, der sollte noch einen Abstecher zum östlich des Zentrums gelegenen Hospicio Cabañas unternehmen; der Innenschmuck der Kapelle dieses Waisenhauses gilt als Orozcos Meisterwerk. Etwas südlich des Hospicio liegt der imposante Mercado Libertad, eine wahre Fundgrube in Sachen Mitbringsel. Von dort aus geht es, immer dem volltönenden “Ayayayay“ nach, zu der etwas südwestlich gelegenen Plazuela de los Mariachis.Die Geschichte Zihuatanejos und Ixtapas ist schnell erzählt: Bis in die 70er Jahre hinein waren es winzige Fischerorte, dann gerieten die beiden wunderschönen Buchten mit ihren Traumstränden ins Visier der méxicanischen Tourismusexperten – mit dem Ergebnis, dass der heutige an Spiel, Sport und Unterhaltung interessierte Besucher auf nichts verzichten muss. Das südlichere, an der gleichnamigen Bahía gelegene Zihuatanejo hat sich noch einiges seines méxicanischen Flairs erhalten, das nördliche, an der Bahía de Palma gelegene Ixtapa hingegen ist zur Topadresse für den mondänen Urlauber geworden. Von beiden Orten bieten sich Ausflugsmöglichkeiten in ursprüngliche Dörfer des Hinterlandes. Morelia, Hauptstadt des Bundesstaates Michoacán, hat vielen ihrer Schwestern etwas voraus: die Harmonie. Das historische Zentrum der 700.000 Einwohner-Metropole ist ein einträchtiges Ensemble im steingewordenen Geiste des kolonialen Barock. Selbst das Baumaterial der alten Sakral- und Profanbauten ist dasselbe: ein rosabraun schimmernder Trachyt. |
Der Besucher tut gut daran, sich entspannt durch die Baupracht treiben zu lassen; etwas länger gilt es aber vor und in der Kathedrale zu verweilen. Obwohl ihr 1744 vollendeter Bau fast 100 Jahre gewährt hatte, wirkt das Äußere harmonisch. Zwar deuten sich verschiedene Stileinflüsse an, jedoch gerät nichts zum Mischmasch. Das Innere trägt ein neoklassizistisches Gepräge, das auf eine umfassende Renovierung im 19. Jahrhundert zurückgeht. Die Ausstattung ist reich; hervorzuheben ist das massivsilberne Taufbecken sowie die indianische Christusfigur, deren goldene Krone ein Geschenk des spanischen Königs Philipp II. ist. Die hundert Jahre alte Orgel übrigens ist “made in Germany“. Wer sich für die Volkskunst Michoacáns interessiert, sollte unbedingt die etwas östlich der Kathedrale, an der Plaza Valladolid gelegene Kirche San Francisco (Mitte des 16. Jahrhunderts) aufsuchen. Im zugehörigen Kloster ist eine vorzügliche Volkskundesammlung zu besichtigen.
Allerseelen, das Fest des Sensenmannes Dem Tod ein Fest zu geben? Freund Hein an den Tisch zu bitten, den Schnitter zum Tänzchen zu laden? Für den modernen Mitteleuropäer ist dies eine Vorstellung, bei der sich ihm die Nackenhaare aufstellen, der Méxicaner aber liebt diesen Gedanken: Allerseelen ist im Land der Azteken das Fest aller Feste. Hier versucht man, den Tod nicht totzuschweigen, sondern zu leben. Alljährlich am 2.November wird alles eins: Leben und Tod, Diesseits und Jenseits, die schlagenden Herzen und die, die verstummt sind. Schon in den Tagen vor dem großen Ereignis ist der Sensenmann allgegenwärtig: Allerorten werden Miniatursärge feilgehalten, gemalte Knochenmänner und solche aus Ton, das Skelett als Hampelmann oder als Backwerk – die méxicanischen Kinder essen Totenköpfe wie die deutschen Ostereier. Es gibt sie aus Teig, Marzipan, |